Innovation und Technologie

“Wir müssen in Deutschland immer um so viel besser sein, wie wir teurer sind!”, lautet eine alte Binsenweisheit.
Aber werden wir so viel besser bleiben wie wir teurer werden? Eines steht jedenfalls fest: Unsere Kosten steigen deutlich und unsere Wettbewerber holen immer schneller auf und das in der Regel mit niedrigeren Kosten.

Die Frage ist daher erstens: Ist unsere Gesellschaft gewillt, den Innovationsweg mitzugehen? Die Ablehnung neuer Technologien ist ja schon fast zum Volkssport geworden. Wir müssen durch gute Kommunikation und Bildung darauf hinwirken, dass die Menschen auch die Chancen von Innovationen und neuen Technologien erkennen, statt mit diffusen Ängsten nur auf mögliche Risiken zu fokussieren. Gegen diffuse Ängste hilft vor allem Wissen! Ein stärkeres Gewicht auf Naturwissenschaft und Technik in der schulischen Bildung kann hier sicher nicht schaden.

Und zweitens: Schaffen wir es schnell und umfangreich genug, durch Innovationen neue Produkte zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen? Hier ist jede Unterstützung, die Innovationen fördert, von großem Wert. Wir fordern daher eine steuerliche Forschungsförderung. Diese würde – weil sie unkompliziert ist – vermutlich ein großes Innovationspotenzial heben, insbesondere bei kleineren und mittelständischen Unternehmen, die den Kern unserer Branche bilden.

Und drittens: Reicht das aus? Die Kosten für produzierende Unternehmen steigen in vielen Bereichen immer weiter an, ohne Wettbewerbsvorteile zu bringen: Rente mit 63, Mütterrente, hohe Tarifabschlüsse und ungebremst steigende Strom-/Energiekosten.

Alle Innovationskraft und jede Förderung, selbst die von uns geforderte steuerliche Forschungsförderung, ist am Ende vergebens, wenn die Wertschöpfung, also die Produktion und die Arbeit, am Ende nicht in Deutschland bzw. Bayern stattfindet.

Wir brauchen also mehr gesellschaftliche Akzeptanz für Hochtechnologie und gleichzeitig wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen.

 

Innovative Produkte aus Kunststoff

Polymerwerkstoffe bieten neben einer Reihe stofflicher Vorteile, wie beispielsweise elektrischer Isolierung, Korrosionsfreiheit, Langlebigkeit und Chemikalienbeständigkeit zudem eine nahezu unbegrenzte Farb- und Designfreiheit und sind daher für viele Branchen heute essenzieller Werkstoff.

Elektromobilität

Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren und der Ausbau der Elektromobilität soll in den darauf folgenden Jahren sogar noch gesteigert werden. Kunststoffe und Faserverbundwerkstoffe spielen für diese ambitionierten Ausbaupläne der Elektromobilität eine wichtige Rolle.

Sie werden in vielen Teilen der Automobile, z.B. im Akku, Antrieb, Interieur, Exterieur und in der Karosserie verbaut. Verbundmaterialen aus Kunststoffen können die Wärmedämmung verbessern und so zur Energieeinsparung beitragen. Weiterhin kann durch die Verwendung von Kunststoff-basierten Leichtbauwerkstoffen Gewicht eingespart werden.

Industrie 4.0

Nach der industriellen Nutzung von Wasser- und Dampfkraft, der Massenfertigung mit Hilfe von elektrischer Energie und der industriellen Revolution durch Automatisierung der Produktion steht die Industrie mit den Möglichkeiten, die sich durch Vernetzung und autonomer Kommunikation direkt von einer Maschine zur anderen im „IoT“ (Internet of Things) nun vor der vierten industriellen Revolution:

 

Von der Dampfmaschine über das Fließband zu Elektronik/IT und nun zur Smart Factory.

In der Industrie 4.0 verzahnt sich folglich Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verändert unter anderem, wie zukünftig in Deutschland produziert und gearbeitet wird: es entsteht die Smart Factory.

 
Mit zunehmender Digitalisierung und Vernetzung wird auch in der Kunststoff verarbeitenden Industrie Individualisierung der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten Produktion eine immer größere Rolle spielen. Kunden und Geschäftspartner können über Netzwerke direkt in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse eingebunden werden, wodurch sich neue Geschäftsmodelle entwickeln, die Produktion mit Dienstleistungen verbinden.