Dieser schöne Satz beschreibt sehr gut, was wir in den letzten Jahren immer wieder erleben durften – gerade auch beim Klimaschutz – aber nicht nur.

 

Es war halt immer schon einfacher, Forderungen aufzustellen und die Ziele im Sirtaki-Rhythmus zu erhöhen, wenn man nicht in der Umsetzungsverantwortung steht.

Dass sich beim Thema Klimaschutz selbst diejenigen, die bisher in der politischen Verantwortung standen, auch von dieser Art Idealismus haben anstecken lassen, ist wohl vor allem dem immer mehr um sich greifenden Populismus geschuldet.

Das Ergebnis, das wir seit Jahren bilanzieren müssen, ist jedoch, dass viele „wollen“ aber nur wenige „machen“ und wir kaum einen Schritt weiterkommen – oder, um im Bild zu bleiben, vor allem im Kreis tanzen.

 

Wird sich das mit der neuen Bundesregierung ändern?

Die potentiell neuen Ampel-Koalitionäre sind nach ihren Wahlsiegen vor einigen Wochen mit einer Euphorie in die Sondierungsgespräche und danach in die Koalitionsverhandlungen gestartet, die manchem fast den Atem geraubt hat.

Nicht wenige haben sich die Frage gestellt, ob trotz anfänglicher Befürchtungen jetzt doch der Knoten platzt und notwendige Entscheidungen endlich auf den Weg gebracht werden, die auch die Wirtschaft dringend braucht, um die an sie gestellten Erwartungen und ihre eigenen Ziele erfüllen zu können. Und manchem schoss vielleicht auch die Frage durch den Kopf, ob es tatsächlich wieder einen sozialdemokratischen Kanzler braucht, um die dafür notwendigen Rahmenbedingungen für die Industrie bereitzustellen. Gerhard Schröder und die Agenda 2010 lassen grüßen. Beim Thema „Strom“ hat sich der aktuelle Kanzlerkandidat ja mit Ankündigungen sehr weit aus dem Fenster gelehnt.

 

Aktuell hören wir jedoch, dass es bei den Koalitionsverhandlungen stockt und dass ein beträchtlicher Teil der Euphorie mittlerweile verflogen scheint. Auch dies wäre wahrlich nicht verwunderlich, denn der eingangs erwähnte schöne Satz gilt offenbar auch in umgekehrter Richtung: „Mit der Nähe zum Problem …“

 

Bildquelle: KVI