Impfen? – Impfen!!! Wie dekadent sind wir eigentlich?!

 
Noch vor einem Jahr, als uns die Corona-Pandemie wie aus dem Nichts überrollt hat, sprachen viele von einem „Wunder“.

Dank der genialen Leistung der Spezialisten in den Forschungsinstituten und der Pharmaindustrie war die Rettung vor dem Virus innerhalb weniger Monate in Sicht. Rettung zunächst für die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die Alten und Kranken und dann, mit steigender Verfügbarkeit des Impfstoffs, für alle.

Angesichts der schmerzlichen, aber notwendigen Maßnahmen und persönlichen Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie konnten viele den eigenen Impftermin kaum erwarten. Der „Vordrängler“, Vorwürfe und Schuldzuweisungen wegen zu langsamer Produktion und ungerechter Verteilung machten plötzlich medial die Runde.

Jetzt haben wir Impfstoff im Überfluss! Aber immer noch sind rund 50 Prozent unserer Bevölkerung nicht geimpft.

Nicht zu reden von der Versorgung in weiten Teilen der Welt. Viele persönliche Einschränkungen wurden aufgehoben. Die persönliche Betroffenheit nimmt ab und die „Impfmüdigkeit“ zu. Nur wenn es darum geht, schnell in den Urlaub fahren oder ins Restaurant gehen zu können, steigt die Bereitschaft.

Wie es denen geht, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können – oder den Kindern und Jugendlichen, für die der Impfstoff noch nicht freigegeben ist – egal! Lieber diskutieren wir einen recht eigenwilligen Freiheitsbegriff, der eigentlich „Egoismus“ meint.

Und wer erinnert sich noch daran, warum wir Pocken, Kinderlähmung, Masern, usw. überwunden haben?! „Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam“ war der damalige Slogan und die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, selbstverständlich.

Heute werfen wir Impfstoff weg, demonstrieren für unseren Egoismus, folgen Verschwörungstheorien, denken mit einem Brett vor dem Kopf „quer“ und machen mit dem Thema „Impfen“ Wahlkampf!

Wie dekadent sind wir eigentlich?!

 

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